Beta

Da war wie­der sei­ne Stim­me. El­lan zog Ma­ri­el näh­er zu sich, strich ihr zärt­lich durch das dunk­le Haar und schob ihr den Man­tel zu­recht. Der Ker­ker, in den man sie ge­bracht hat­te, war bit­ter­kalt und feucht. Ma­ri­el neig­te zu In­fek­ten der Atem­we­ge, da­her hat­te El­lan ihr das Klei­dungs­stück ab­ge­ge­ben. Wer wuss­te, ob sie Hil­fe er­hal­ten wür­de, wenn Ma­ri­el krank wur­de …

Als sie ih­re klei­ne Bot­schaft und die Pol­len der Fär­ber­wei­de dem klei­nen Bach über­ant­wor­tet hat­te, war sich El­lan si­cher ge­we­sen, dass man sie fin­den wür­de. Ein gan­zer Bach in strah­len­dem Li­la war nicht zu über­se­hen, selbst den ein­fachs­ten Mann hät­te die Neu­gier ge­packt. Doch sie hat­te nicht da­ran ge­dacht, dass hun­der­te von Weißrö­cken vor dem Fel­sen­dom la­ger­ten.

Seit vier­zehn Jah­ren kämpf­te sie ge­gen die Ma­gi­er, doch noch nie war sie ei­nem von ih­nen auch nur be­geg­net. Sie hat­te fürch­ter­li­che Din­ge ge­hört, sie hat­te sch­reck­li­che Wun­den und Nar­ben ge­se­hen, sie hat­te die Män­ner und Frau­en in Weiß ge­se­hen, wie sie Re­bel­len ins Feu­er führ­ten oder auf Pfäh­le zie­hen lie­ßen. Sie hat­te den Tod nie ge­fürch­tet, we­der ih­ren ei­ge­nen, noch den Ma­riels, doch nun fürch­te­te sie, dass ihr Schick­sal eben nicht der Tod sein wür­de. Und in ih­rer Angst krall­te sich ih­re Hoff­nung an den merk­wür­di­gen Un­ter­ton in die­ser ei­nen Stim­me.

„Den Schlüs­sel, Ge­f­rei­ter!“, bell­te es oben an der Trep­pe. Es war der­sel­be Ton­fall wie das „Halt!“, das ih­nen im Fel­sen­dom das Le­ben ge­ret­tet hat­te: ei­ne Mi­schung aus Au­to­ri­tät und Ver­wir­rung. So, als ob der Sp­re­cher in der La­ge wä­re, zu tun, was im­mer er woll­te, aber kei­ne Ah­nung hat­te, was er mit die­ser Macht an­s­tel­len soll­te.

Sie hör­te sei­ne Schrit­te, zü­g­ig und gleich­mä­ß­ig. Von ei­ner Be­hin­de­rung durch ein ge­bro­che­nes Bein war nichts mehr zu be­mer­ken. Heil­zau­ber fas­zi­nier­ten El­lan au­ßer­or­dent­lich. Sie hät­te Wo­chen ge­braucht, ehe sie ihn hät­te auf­ste­hen las­sen kön­nen. Doch mit Ma­gie war er inn­er­halb we­ni­ger Stun­den ge­ne­sen, als wä­re nie et­was vor­ge­fal­len.

Als er den Kor­ri­dor vor ih­rer Zel­le be­t­rat, ließ er mit ei­ner fast schon weg­wer­fen­den Hand­be­we­gung die Lam­pen auf­flam­men. Dann öff­ne­te er oh­ne ein Wort die Zel­len­tür und trat auf Ma­ri­el zu. Er ließ sich auf die Knie nie­der, er­griff forsch ih­re Schul­tern und be­trach­te­te sie ein­dring­lich. El­lan woll­te ge­ra­de da­zwi­schen­ge­hen, da frag­te er: „Geht es dir gut? Ha­ben sie dir was ge­tan?“

Da war ech­te Sor­ge. Gre­gor Fach­hau­ser, der Schläch­ter von Sa­ga­le, sorg­te sich um das Wohl ih­rer Toch­ter. Es war un­ver­nünf­tig, so zu rea­gie­ren, doch es lin­der­te ih­re Angst.

Ma­ri­el schüt­tel­te den Kopf. Im Ge­gen­satz zu ih­rer Mut­ter schi­en sie kei­ne Angst zu ha­ben. Wo­her auch, sie wuss­te nicht, wer die­ser Mann war.

El­lan er­zog Ma­ri­el zu ei­ner Hei­le­rin und bil­de­te sie ent­sp­re­chend aus, aber die An­ge­le­gen­hei­ten der Re­bel­li­on ver­such­te sie von ihr fern­zu­hal­ten. Ma­ri­el soll­te ir­gend­wann selbst die Ent­schei­dung tref­fen kön­nen, ob sie das Le­ben ih­rer Mut­ter füh­ren oder sich ir­gend­wo als Hei­le­rin und Hebam­me nie­der­las­sen woll­te. Doch ei­gent­lich war El­lan klar, dass ih­re Toch­ter die­se Wahl nie wir­k­lich ha­ben wür­de.

Ma­ri­el war ein Re­bel­len­kind, ob sie es nun woll­te oder nicht. Sie war ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen in den La­gern der Auf­stän­di­schen. Auch wenn El­lan nie ei­ne Aus­sa­ge zu Ma­gi­ern ge­trof­fen hat­te, all die Men­schen, die Ma­ri­el als ih­re Fa­mi­lie, Freun­de und Be­kann­ten wahr­nahm, ta­ten es durch­aus, und für all die­se Men­schen wa­ren die Ma­gi­er sch­reck­li­che Mons­ter. Um­so er­staun­li­cher war die­se Ein­tracht, die da zwi­schen Fach­hau­ser und Ma­ri­el ent­stand.

So selbst­ver­ständ­lich, wie er sich um ihr Wohl sorg­te, so selbst­ver­ständ­lich ant­wor­te­te sie ihm, oh­ne Scheu, als wür­den sie sich schon ewig ken­nen.

„Hier ist es sehr kalt, und das Zeug, das sie uns zu es­sen ge­ben, riecht nach Pups“, be­schwer­te sie sich. Er lächel­te, be­gu­t­ach­te­te den zu lan­gen Man­tel, den Ma­ri­el trug, und blick­te zu El­lan auf, die nur in ih­rer schwar­zen Ro­be mit Schür­ze da­stand. In sei­nem Ge­sicht war kei­ne Au­to­ri­tät mehr zu er­ken­nen, kei­ner­lei Här­te, nur Ver­wir­rung und Rat­lo­sig­keit, die El­lan nicht ver­stand.

Wie­der er­klan­gen Schrit­te, und ein wei­te­rer Mann er­schi­en im Kor­ri­dor. Er war schon äl­ter, Ge­sicht und Hän­de vom Wet­ter ge­gerbt, der graue Bart aber sorg­fäl­tig in Form ge­scho­ren, die Haa­re kurz, die Klei­dung hoch­wer­tig und nach der Mo­de der Ma­gi­er ge­schnit­ten.

„Was treibt Ihr hier, Jun­ge?“, frag­te er wohl­wol­lend und lehn­te sich der Zel­le ge­gen­über an die Wand. „Mei­ne Wa­che hat tie­ri­sche Kopf­sch­mer­zen, weil ihr ei­nen mei­ner aus­drück­li­chen Be­feh­le um­gan­gen habt.“

Fach­hau­ser hat­te sich in die Zel­len­tür ge­s­tellt, den Blick auf sie und Ma­ri­el ver­sper­rend. Es war selt­sam, doch sie fühl­te sich be­schützt. Die­ser Ma­gi­er, die­ser Mör­der, der den An­griff auf den Fel­sen­dom an­ge­führt hat­te, bei dem sonst wie vie­le Men­schen ge­s­tor­ben wa­ren, die kei­ne Ge­fahr dar­ge­s­tellt hat­ten, ver­tei­dig­te sie, und das oh­ne ei­nen Grund, zu­min­dest oh­ne ei­nen für sie er­sicht­li­chen.

„Das sind Sym­pa­thi­s­an­ten! Wie­so wer­den sie hier fest­ge­hal­ten?“, ver­lang­te Fach­hau­ser zu wis­sen, doch sein Ge­gen­über zog nur ei­nen Mund­win­kel hoch.

„Aus Euch sp­re­chen die Sch­merz­mit­tel, Jun­ge“, wie­gel­te er ab. „Oder sind es die hüb­schen Ge­sicht­chen? Wel­che ge­fällt Euch, Mut­ter oder Toch­ter?“

El­lan be­merk­te, wie sich et­was in Fach­hau­sers Rü­cken an­spann­te. Sei­ne Fin­ger zuck­ten, dann ball­te er die Hän­de lang­sam zu Fäus­ten.

„Auch wenn ein Ver­dacht be­ste­hen soll­te, so sind sie doch mei­ne Ge­fan­ge­nen. Es war mei­ne Mis­si­on.“

„Eu­er De­sas­ter, meint Ihr wohl“, spot­te­te der Al­te. „Wen­det Euch an den Oberst, wenn Euch et­was nicht passt. So­lan­ge blei­ben die Vö­gel­chen hier.“

Auf das Ge­sicht des Al­ten trat ein ge­ra­de­zu grau­sa­mer Zug. Er hob ei­ne Hand, und die Git­ter­tür schwang zu, schlug Fach­hau­ser ins Kreuz und stieß ihn vor­wärts. Mit ei­nem Aus­fall­schritt kam er wie­der ins Gleich­ge­wicht. Ei­ne Ges­te ge­nüg­te und ei­ne un­sicht­ba­re Kraft drück­te den Al­ten ge­gen die Wand.

„Ver­zeiht, Ma­jor Dar­by, es liegt mir fern, mir Eu­re Zu­stän­dig­kei­ten an­ma­ßen zu wol­len“, er­klär­te Fach­hau­ser kalt. Er stand wie­der auf­recht, oh­ne ein An­zei­chen von An­st­ren­gung oder auch nur Ak­ti­vi­tät. Der schwe­re Atem des Al­ten und sei­ne un­na­tür­li­che Kör­per­hal­tung zeig­ten je­doch, dass noch im­mer ein Zau­ber auf ihn wirk­te.

„Ich wer­de selbst­ver­ständ­lich den of­fi­zi­el­len Weg ge­hen und beim Oberst die Über­stel­lung der Ge­fan­ge­nen an­for­dern. Hat er nicht erst neu­lich ein De­k­ret zur Be­güns­ti­gung re­gie­rungs­f­reund­li­cher In­ter­ak­tio­nen aus­ge­ge­ben? Ob die Ret­tung ei­nes Of­fi­ziers wohl da­zu­zählt? Ich wer­de mich auf dem Ban­kett mei­nes Va­ters da­nach er­kun­di­gen. Es wird oh­ne­hin Zeit, dass ich mei­ne Fa­mi­lie be­su­che, im­mer­hin sind bald Fei­er­ta­ge“, er­klär­te er im Plau­der­ton, wäh­rend er sei­ne schwar­ze Ja­cke auf­knöpf­te.

„Ich ge­he da­von aus, dass Ihr nicht vo­r­ei­lig han­delt, Dar­by. Sonst könn­te dies hier Eu­er De­sas­ter wer­den“, er­gänz­te er dro­hend und reich­te El­lan die Ja­cke durch die Git­ter. Sie zö­ger­te, nahm sie dann je­doch ent­ge­gen und leg­te sie sich um die Schul­tern. Sie roch un­er­war­tet an­ge­nehm nach Ra­sier­sei­fe, das Le­der war noch warm.

Fach­hau­ser ließ den Zau­ber sin­ken, dreh­te sich wort­los um und ver­ließ den Ker­ker, we­der sie noch Ma­ri­el ei­nes wei­te­ren Bli­ckes wür­di­gend. Der Al­te hin­ge­gen sah sie ver­nich­tend an, wie ei­nen Schild zog sie die Ja­cke vor ih­rer Brust zu­sam­men, doch sie wand­te die Au­gen nicht ab.

Der Al­te ging, und El­lan rutsch­te an der feuch­ten Wand zu Bo­den. Sie zog die viel zu gro­ße Ja­cke rich­tig an und ver­schränk­te die Ar­me vor der Brust. Et­was in der Ja­ck­en­ta­sche zwick­te sie, und sie griff hin­ein. Lächelnd be­trach­te­te sie den In­halt auf ih­rer Hand­fläche. Da wa­ren ein klei­nes Knäu­el Bindfa­den, ein ros­ti­ger Na­gel, zwei un­ter­schied­li­che Knöp­fe und zwei in Sil­ber­pa­pier ein­ge­wi­ckel­te Ka­ra­mell­bon­bons.

oOo

Gre­gor wälz­te sich in sei­nem brei­ten Bett hin und her. Manch­mal frag­te er sich, wo­zu er über­haupt ins Bett ging. Er sch­lief am Sch­reib­tisch ein, über Be­rich­ten und Land­kar­ten, er sch­lief beim Le­sen im Ses­sel ein, er sch­lief nach Kampf­übun­gen ein, wenn er vor An­st­ren­gung kaum mehr die Fü­ße he­ben konn­te. Aber er sch­lief nicht, wenn er sich ein­fach so ins Bett leg­te, vor al­lem dann nicht, wenn er am Abend mit El­lan ge­spro­chen hat­te.

Es war ihm ge­lun­gen, Mut­ter und Toch­ter für sei­nen Ver­ant­wor­tungs­be­reich zu be­an­spru­chen, doch er konn­te nicht be­wei­sen, dass sie Sym­pa­thi­s­an­tin­nen der Ma­gi­er wa­ren, was we­nig über­ra­schend war, denn im­mer­hin wa­ren sie es auch nicht. El­lan war ei­ne Hei­le­rin, die in ei­nem Re­bel­len­la­ger auf­ge­grif­fen wor­den war. Sie war „kriegs­ent­schei­den­d“. Bei die­sem Wort muss­te Gre­gor stets la­chen. Wenn man je­man­dem sag­te, es sei Bür­ger­krieg, dann galt das als Hoch­ver­rat, wenn man aber ei­ne „kriegs­ent­schei­den­de“ Per­son ein­fach so lau­fen ließ, dann war das auch Hoch­ver­rat.

Po­li­ti­ker hat­ten ih­re ei­ge­ne Lo­gik.

Gre­gor wälz­te sich auf die an­de­re Sei­te.

Im Fel­sen­dom hat­te sich et­was ve­r­än­dert. Er wuss­te selbst nicht ge­nau was, aber die­se in­ne­re Un­ru­he, der Ekel, der ihn er­fass­te, wenn er das wei­ße Le­der sei­ner Uni­form an­leg­te, das Zie­hen in sei­ner Brust, das ihm im­mer wie­der den Atem nahm – seit dem Fel­sen­dom wur­de er all das nicht mehr los.

Es war nicht so, als hät­te er nicht schon im­mer die Gal­le hin­un­ter­schlu­cken müs­sen, die in ihm auf­s­tieg, wenn er sei­ne Sol­da­ten Män­ner mit Heu­ga­beln nie­der­ma­chen ließ. Nie hat­te er Freu­de oder auch nur Zu­frie­den­heit da­bei emp­fun­den, Jun­gen zu ver­hö­ren, die kaum dem Kin­desal­ter ent­wach­sen wa­ren und de­nen man nichts au­ßer ju­gend­li­chem Leicht­sinn vor­wer­fen konn­te. Die Jagd, das Er­mit­teln, das Auf­spü­ren von Wan­der­rou­ten, to­ten Brief­käs­ten, die Be­rech­nung von tak­ti­schen Be­we­gun­gen, das Ob­ser­vie­ren von Ver­däch­ti­gen, die Su­che nach Be­wei­sen, die st­ra­te­gi­sche Pla­nung vor Ein­sät­zen … Das war es, was ihn ge­reizt hat­te, Her­aus­for­de­run­gen für Geist und Kör­per.

Doch selbst das hat­te seit dem Fel­sen­dom je­den Reiz ver­lo­ren. Sei­ne Ar­beit soll­te die Grau­sam­keit doch in Gren­zen hal­ten, nur die wir­k­lich ge­fähr­li­chen Sub­jek­te auf­spü­ren und ent­fer­nen. Jetzt frag­te er sich bei je­dem Blick in den Spie­gel ob er die­se nicht vi­el­leicht auf der fal­schen Sei­ten such­te.

In den letz­ten Ta­gen hat­te er sich aus ei­ner gan­zen Men­ge Auf­trä­ge her­aus­ge­re­det, und je­des Mal hat­te er nur das Bild von El­lan und Ma­ri­el vor Au­gen ge­habt. Im­mer und im­mer wie­der sah er die­se Frau, die Au­gen ge­sch­los­se­nen, doch mit auf­rech­ter Hal­tung und er­ho­be­nem Kopf auf dem Bo­den ho­ckend, das Kind schüt­zend im Arm und doch nicht um Gna­de fle­hend.

Er hat­te sich über Ma­riels An­we­sen­heit ge­wun­dert, doch El­lan hat­te nur knapp er­wi­dert, sie neh­me ih­re Toch­ter übe­rall­hin mit.

„Wenn sie mit mir stirbt, so kehrt sie mit mir in den Schoß der Drei­fa­chen zu­rück. Wenn ich sie ir­gend­wo zu­rücklas­se und nicht mehr heim­kom­me, wird sie wo­mög­lich ge­schän­det oder ge­schla­gen, oder sie ver­hun­gert oder lan­det in ei­nem Heim der Ma­gi­er, um ih­ren Ver­stand an das Salz zu ver­lie­ren. Da drau­ßen gibt es kei­ne Si­cher­heit in der ich sie zu­rücklas­sen könn­te.“

Er hat­te ge­dacht, man wür­de ihm nicht an­mer­ken, dass ihn der Sei­ten­hieb auf die Ma­gier­herr­schaft ge­trof­fen hat­te, doch ihr Ge­sichts­aus­druck hat­te sich so­fort ve­r­än­dert, war et­was mil­der ge­wor­den, auch wenn sie nichts ge­sagt hat­te. Aber vi­el­leicht bil­de­te er es sich auch nur ein.

Er ver­stand nicht, wie­so ihn die­se Bei­den ein­fach nicht los­lie­ßen. Vi­el­leicht war es ein­fach zu viel ge­we­sen. Beim Be­t­re­ten der klei­nen Ka­ver­ne hat­te er nur ein wei­te­res Kind ge­se­hen, das durch sei­ne Schuld ster­ben soll­te.

In die­sem Mo­ment hat­te er nur Ma­ri­el ret­ten wol­len, doch dann war so viel pas­siert. El­lan hat­te sein Bein ver­sorgt, ver­hin­dert, dass er da un­ten jäm­mer­lich ver­blu­te­te, und sie hat­te ihn ge­ret­tet: mit ei­nem klei­nen Schiff­chen aus Kor­ken und Pa­pier, das an ei­nem Bindfa­den in ei­nem von Fär­ber­wei­den­pol­len li­la ge­färb­ten Bach düm­pel­te.

Er er­in­ner­te sich an ih­re Au­gen, an die­sen Blick, als sie es ihm er­zähl­te. Dun­kel­brau­ne Au­gen hin­ter dich­ten Wim­pern, so schlau und wei­se und doch mit die­sem Schalk, dass er ei­nen Mo­ment lang zwei­fel­te, ob sie die Wahr­heit sag­te.

Im­mer wie­der sah er die­se Au­gen, ver­lor sich in ih­nen bei je­dem ih­rer Ge­spräche, die er zu­erst als Ver­hö­re ge­tarnt hat­te. Doch er konn­te we­der sie, noch sich selbst täu­schen. Es war ihm voll­kom­men egal, ob El­lan et­was über den Re­bel­len­or­den sag­te oder nicht; er woll­te kei­ne In­for­ma­tio­nen, er ge­noss ein­fach ih­re Ge­sell­schaft. Er lieb­te die Dis­pu­te, die Dis­kus­sio­nen und das Phi­lo­so­phie­ren. Sie hat­te ei­ne so prag­ma­ti­sche Sicht auf die Welt und war doch so gei­st­reich, krea­tiv und schlag­fer­tig. Er hät­te mit ihr so­gar über Bie­nen­zucht re­den kön­nen.

Er fuhr sich mit den Hän­den übers Ge­sicht und durch das lan­ge Haar und kratz­te sich den Kopf.

Der ak­tu­el­le Zu­stand war un­er­träg­lich. Er konn­te sie nicht frei­las­sen, und er woll­te es auch gar nicht, doch mit je­dem Tag den er sie hier be­hielt brach­te er sie dem Schei­ter­hau­fen näh­er.

Da­mals hat­te al­les da­mit an­ge­fan­gen, dass er weg­ge­lau­fen war. Vor sei­nem for­dern­dem Va­ter, sei­nem ver­bit­ter­ten Bru­der und dem Rats­sitz den er zu über­neh­men hat­te. Bei Sa­ga­le wa­ren es acht­und­d­rei­ßig Pro­zent Kol­la­te­ral­scha­den, er hat­te es ex­akt aus­ge­rech­net und be­wusst in Kauf ge­nom­men, um zu be­wei­sen, dass er für die Kom­man­dan­tur wert­voll war, dass sie ihn nicht zu sei­ner Fa­mi­lie zu­rück­schi­cken soll­ten. Doch dann war er über das Schlacht­feld ge­gan­gen – als ge­fei­er­ter Held, der den ge­fürch­te­ten Or­dens­meis­ter der Re­bel­len samt sei­ner Of­fi­zie­re zu Fall ge­bracht hat­te – und hat­te nur die ver­brann­ten Dör­fer ge­se­hen. Da war die­se Übel­keit zum ers­ten Mal in ihm auf­ge­s­tie­gen. In­zwi­schen wi­der­te ihn die Ar­mee nur noch an, das gan­ze Sys­tem, die Ge­sell­schaft an sich. Als Ma­gi­er hat­te er die Ma­gier­herr­schaft nie in Fra­ge ge­s­tellt, doch nun wur­de ihm sch­lecht, wenn er da­ran dach­te, mit wel­chen Mit­teln die­se Herr­schaft durch­ge­setzt wur­de. Er hat­te da­ran ge­dacht die Sei­ten zu wech­seln und dann ge­lacht, weil es si­cher ein­fa­che­re We­ge gab Selbst­mord zu be­ge­hen. Wenn er et­was ve­r­än­dern woll­te, soll­te er nach Hau­se ge­hen, den Pos­ten sei­nes Va­ters im Rat der Ma­gi­er über­neh­men und die Po­li­tik än­dern – in end­lo­sen De­bat­ten und sin­nent­leer­ten Dis­kus­sio­nen.

Gre­gor stand auf, zog sich et­was über und ver­ließ sein Zim­mer. Sei­ne nack­ten Fü­ße ver­ur­sach­ten auf dem Pflas­ter­stein im Hof kei­ne Ge­räu­sche, als er zu den Zel­len hin­über­ging.

Mit dem Weiß­rock an der Tür sprach er gar nicht, er hob nur die Hand und ließ ihn ver­ges­sen, dass er über­haupt dort war.

Die Zel­len in Gre­gors Haupt­quar­tier wa­ren deut­lich be­que­mer als die Ker­ker der Stadt­wa­chen, in de­nen Dar­by El­lan ein­ge­sperrt hat­te. Aber Gre­gor hat­te sie auch noch dar­über hin­aus wohn­li­cher ge­stal­tet. El­lan und ih­re Toch­ter hat­ten rich­ti­ge Bet­ten, mit De­cken und Kis­sen, ei­nen Tisch und zwei Stüh­le, ei­ne Wasch­s­tel­le hin­ter ei­nem Vor­hang und ein paar Bücher, um sich zu be­schäf­ti­gen.

Als Gre­gor die Tür auf­sch­loss, fuhr El­lan trotz­dem auf. Er hob be­ru­hi­gend die Hand, reich­te ihr ih­ren Man­tel und for­der­te sie auf, ihm zu fol­gen. Die Tür zur Zel­le ließ er ein­fach of­fen­ste­hen.

Die Hei­le­rin folg­te ihm oh­ne Mis­s­trau­en, wenn auch et­was ver­wun­dert und of­fen­sicht­lich ver­schla­fen. Er führ­te sie in ei­ne klei­ne Sch­reib­stu­be über dem Stall, zün­de­te ma­gi­sches Licht an und such­te nach Wor­ten. El­lan gähn­te laut­stark und kratz­te sich we­nig da­men­haft am Kopf. Oh­ne dass er sie auf­ge­for­dert hät­te und oh­ne ei­ne Er­laub­nis ein­zu­ho­len, zog sie sich ei­nen Stuhl heran und setz­te sich ritt­lings dar­auf, wo­bei sie ih­re Rö­cke raff­te und schlan­ke Bei­ne zeig­te. Dann bet­te­te sie ih­ren Kopf auf die Leh­ne und blin­zel­te ihn mü­de an.

Die Mo­de der Ma­gie­rin­nen war deut­lich frei­zü­g­i­ger als das, was El­lan trug – die Klei­der, die ge­ra­de in Wei­ße­negg be­vor­zugt wur­den, reich­ten kaum bis zum Knie –, und doch hat­te kei­nes die­ser ra­sier­ten und ge­pu­der­ten Bei­ne Gre­gor je so ir­ri­tiert wie die­se ge­ra­de­zu plum­pe In­de­zenz. Er be­trach­te­te den nack­ten Fuß, den Knöchel und die schlan­ke Wa­de, das Schi­en­bein, mit fei­nen Här­chen über­zo­gen, das spit­ze Knie und den Schat­ten, in dem er den Ober­schen­kel zu er­ah­nen glaub­te. Sein Herz­schlag be­sch­leu­nig­te sich, und er spür­te ein ein­deu­ti­ges Pri­ckeln im Bauch.

Mit Mühe riss er sei­nen Blick los, schluck­te hart und kam zu dem Ge­dan­ken zu­rück, dem er ur­sprüng­lich nach­ge­gan­gen war. Hil­f­los fuhr er sich durchs Haar und frag­te sie dann doch ganz of­fen: „Wie­so habt Ihr mich nicht ein­fach mit dem Schwert er­schla­gen?“

El­lan rich­te­te sich auf und blin­zel­te.

„Die Weißrö­cke hät­ten uns auf der Stel­le ge­tö­tet, wenn sie uns ne­ben der Lei­che ei­nes Ma­gi­ers auf­ge­grif­fen hät­ten.“

Er schüt­tel­te den Kopf.

„Ihr konn­tet nicht wis­sen, dass wir über­haupt ge­ret­tet wer­den wür­den, ge­schwei­ge denn, dass es Weißrö­cke sein wür­den. Doch wer ich war, habt Ihr so­fort ge­wusst. Ihr wuss­tet, was ich ge­tan ha­be. Wie­so habt Ihr nicht auf der Stel­le für all die Men­schen Ra­che ge­nom­men?“

El­lan blick­te nach­denk­lich aus dem dun­k­len Fens­ter, es wirk­te eher wie ein Auf­schub, nicht wie ein Über­le­gen. Sie hat­te sich die Fra­ge si­cher schon selbst ge­s­tellt: „Weil ich so­fort ge­se­hen ha­be, dass Ihr Zwei­felt und Euch mit die­sem Zwei­fel le­ben zu las­sen grau­sa­mer war, als Euch ei­nen sch­nel­len Tod zu ge­ben.“

Ih­re Käl­te schnür­te ihm den Atem ab und er dreh­te sich weg. Als Er­mitt­ler des Si­cher­heits­mi­nis­te­ri­ums hät­te er von sei­ner Sa­che über­zeugt sein müs­sen. Er hät­te stolz dar­auf sein müs­sen, die über­le­ge­ne Ras­se vor dem Ver­rat der Nie­de­ren zu schüt­zen. Nur hat­ten die­se „Nie­de­ren“ im­mer nur wie Men­schen aus­ge­se­hen.

Er hat­te es schon im­mer ge­wusst, doch ab­ge­hal­ten hat­te es ihn all die Jah­re lang nicht. Er hat­te wei­ter­ge­macht, weil sei­ne ein­zi­ge Al­ter­na­ti­ve der ver­hass­te Rats­sitz ge­we­sen war.

Fast zö­gernd wand­te er sich wie­der zu ihr, sah in Ellans dunk­le Au­gen, die ihn neu­gie­rig be­o­b­ach­te­ten. Er konn­te nicht zu den Re­bel­len, er konn­te nicht in den Ma­gier­rat, das was er tat war das ein­zi­ge was er wir­k­lich konn­te, was ihn auch nur im Ge­rings­ten er­füll­te, auch wenn es be­deu­te­te Men­schen wie El­lan zu ja­gen und zu tö­ten. Er hat­te ein­fach kei­ne Al­ter­na­ti­ve.

oOo

„Hab kei­ne Angst, Ma­ri­el, hab kei­ne Angs­t“, wie­der­hol­te El­lan im­mer und im­mer wie­der, wäh­rend ihr ei­ge­nes Herz ihr bis zum Hals schlug. Sie klam­mer­te sich an sei­nen Blick, an die blau­en Au­gen, die sie mit die­ser Wär­me und Sor­ge an­ge­se­hen hat­ten.

„Euch wird nichts ge­sche­hen, aber ihr dürft nicht ver­su­chen, zu flie­hen. Dies ist ein Zau­ber, der euch fort­brin­gen wir­d“, hat­te er ein­dring­lich ge­flüs­tert, doch sei­ne Hän­de hat­ten ge­zit­tert, als er ihr das klei­ne Kon­strukt über­reicht hat­te. Er war ein Ma­gi­er, er war ein Mör­der, und den­noch ver­trau­te sie ihm. Sie muss­te ihm ein­fach ver­trau­en, sonst ging sie ge­ra­de mit ih­rem Kind in den Tod.

Der Weiß­rock, der sie am Arm führ­te, be­rühr­te sie kaum. Sie hät­te sich los­rei­ßen kön­nen, weg­ren­nen, in der um­ste­hen­den Men­schen­men­ge ver­schwin­den.

„Ihr dürft nicht ver­su­chen, zu flie­hen!“, hat­te er wie­der­holt. Die Men­schen um sie her­um wa­ren hier, um sie bren­nen zu se­hen. Sie wür­den sie nicht schüt­zen, sie wür­den sie aus­lie­fern. Aus Angst, aus Gier. Ei­gent­lich müss­ten die­se Men­schen ihr na­he­ste­hen. Sie hat­te ih­re Wun­den be­han­delt, ih­re Kin­der auf die Welt ge­holt, sie hat­te ih­re Kran­ken gepf­legt und ih­ren von Ma­gi­ern ver­ge­wal­tig­ten Töch­tern Kräu­ter ge­ge­ben, da­mit sie die Ba­s­tar­de nicht au­s­tra­gen muss­ten. Doch wenn sie floh, wür­den sie sie ver­ra­ten. Und sie nahm es ih­nen nicht ein­mal übel.

Ma­ri­el barg das Ge­sicht in den Rö­cken ih­rer Mut­ter, als der Schei­ter­hau­fen vor ih­nen auf­tauch­te. El­lan hat­te ihr ei­nen Tee ge­kocht, aus Kräu­tern, die Gre­gor ihr ge­bracht hat­te. Sie be­täub­ten die Sin­ne, mach­ten be­nom­men und mü­de. Wenn sie Glück hat­ten und al­les gut ging, wür­de sich Ma­ri­el nicht an die­sen Tag er­in­nern. Dann war der Ab­schied von Gre­gor das Letz­te, was sie wis­sen wür­de.

„Hab ein sc­hö­nes Le­ben, mein Sch­met­ter­ling“, hat­te er ihr ins Ohr ge­flüs­tert, wäh­rend sie ihn herz­lich um­arm­te. Er war ihr Ker­ker­meis­ter ge­we­sen, doch Ma­ri­el hat­te ge­weint, als er ihr ge­sagt hat­te, dass sie sich wohl nie wie­der­se­hen wür­den. Jetzt wein­te sie nicht. Ihr Blick war ge­tr­übt, und ih­re Fü­ße stol­per­ten, so dass El­lan sie fast zie­hen muss­te. Sie hät­te sie auch ge­tra­gen, doch ih­re Hän­de wa­ren ge­fes­selt.

„Habt Ihr nicht ge­meint, sie wä­ren Sym­pa­thi­s­an­ten?“, hör­te sie den al­ten Ma­jor spot­ten, als sie an den Mi­li­tärs vor­bei­ging.

„Ich ha­be mich ge­irrt. Das Ir­ren ist men­sch­lich, Ma­jor, die Her­aus­for­de­rung liegt da­rin, aus Irr­tü­mern zu ler­nen und sie zu be­rich­ti­gen“, ant­wor­te­te Gre­gor, und sei­ne Stim­me klang un­end­lich fremd und kalt. Es war, als wür­de dort ein an­de­rer Mann ste­hen. Zwei­fel er­fass­ten El­lan, und er­neut sah sie sich pa­nisch um.

„Ver­zeiht mir.“ Das wa­ren sei­ne Ab­schieds­wor­te ge­we­sen. Er hat­te kei­ne Ant­wort ab­ge­war­tet, er hat­te nicht er­war­tet, dass sie ihm be­reits ver­zei­hen konn­te. Er hat­te auf ihr Ver­trau­en ge­baut, in der Über­zeu­gung, dass sie ihn hass­te. El­lan sah zu­rück: Da stand der Schläch­ter von Sa­ga­le, und selbst die­sen Mann konn­te sie nicht has­sen. Selbst durch all die Här­te und Au­to­ri­tät hin­durch sah sie sei­nen Sch­merz. Er hat­te sich ver­lo­ren, war in ei­ner Welt ge­fan­gen, die er ver­ab­scheu­te und die sie nicht zu er­fas­sen ver­moch­te.

Sie tas­te­te nach dem Kon­strukt in ih­rem Är­m­el. Sie durf­te es nicht fal­len las­sen. Mit der ei­nen Hand um­klam­mer­te sie den Stoff des Är­m­els, mit der an­de­ren hielt sie ih­re Toch­ter und ver­such­te da­bei, nicht zu stol­pern, wäh­rend die Sol­da­ten sie die Holz­schei­te hin­auf­scho­ben.

„Selbst das Kind?“, las El­lan von den Lip­pen des Al­ten ab. Was Gre­gor ant­wor­te­te, konn­te sie nicht ver­ste­hen. Er stand da wie ei­ne Sta­tue, groß, in ei­nen lan­gen wei­ßen Man­tel ge­k­lei­det, das Haar st­reng nach hin­ten ge­kämmt und vom Nie­sel­re­gen schwarz. Sein Blick war wie Eis, sei­ne Mie­ne ver­stei­nert. Sie hass­te ihn nicht, sie fürch­te­te ihn, und trotz­dem ver­trau­te sie ihm. Sie wünsch­te sich hier fort und doch hoff­te sie, er wür­de ih­nen fol­gen.

Sie muss­te die Trä­nen nicht vor­täu­schen, vor Angst und Ver­wir­rung ran­nen sie von selbst über ih­re Wan­gen. Ma­ri­el schrie, als man sie an den Pfahl band. El­lan war zwar di­rekt ne­ben ihr, doch nun konn­te sie Ma­ri­el nicht mehr fest­hal­ten, da­her brach das Ent­set­zen selbst durch die Be­täu­bung der Kräu­ter. El­lan ver­such­te, sie zu be­ru­hi­gen, doch sie konn­te ih­re Toch­ter nicht mehr er­rei­chen.

Sie zerr­te an den Fes­seln, schrie nun doch in rei­ner Pa­nik, da fing sie sei­nen Blick auf, im­mer noch kalt, aber auch be­schwö­rend. Sie schlug den Kopf ge­gen den Pfahl, ver­such­te sich an die­sem Blick, der di­rekt auf sie ge­rich­tet war, fest­zu­hal­ten. Das Ver­trau­en kehr­te in sie zu­rück, sie ver­lor sich in die­sen blau­en Au­gen, spür­te Ru­he in sich auf­s­tei­gen. Sie be­gann, ein Schlaf­lied zu sin­gen, laut ge­nug, um die Stim­men des Pöb­els zu über­tö­nen, laut ge­nug, um Ma­riels Wei­nen ver­sie­gen zu las­sen, laut ge­nug, um den Platz zum Ver­s­tum­men zu brin­gen.

Als die Weißrö­cke das Feu­er an­fach­ten, leg­te sich Stil­le über die Men­ge, und nur das mit brüchi­ger Stim­me ge­sun­ge­ne Kin­der­lied war zu hö­ren. Gre­gors Mund­win­kel form­ten ein wi­der­wär­ti­ges Lächeln. Sie hat­te ei­ne ma­kab­re Stim­mung ge­schaf­fen, das Grau­en der Sze­ne ver­deut­licht, den Zu­schau­ern den Spaß ver­dor­ben, ihn zu ei­nem noch grö­ße­ren Mons­ter ge­macht, ei­nem Mons­ter, das Kin­der auf den Schei­ter­hau­fen band. Die Flam­men schlu­gen hoch, das nas­se Holz rauch­te. Sie spür­te nichts. Sie lächel­te und be­gann zu sch­rei­en, wäh­rend sich die Fes­seln von ih­ren Hän­den lös­ten. Sie ver­lor ihn aus den Au­gen, und doch spür­te sie ihn bei sich, ganz nah, spür­te sei­ne Ma­gie wie ei­nen schüt­zen­den Ko­kon um sich. Der Rauch wur­de stär­ker, die Flam­men schlu­gen über ih­rem Kopf zu­sam­men. Sie schrie noch im­mer aus Lei­bes­kräf­ten. Fast be­fürch­te­te sie, dass es zu eu­pho­risch klang. Dann fass­te sie Ma­ri­el fest am Arm und dreh­te das Kon­strukt.

Gre­gor blieb hin­ter dem Rauch zu­rück. Für ihn gab es kei­ne Al­ter­na­ti­ve.

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Durchs Feuer

von Tina Giesler aus Dembelo

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